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Schnur- und Vorfachwahl

Premium Raubfisch Streamer

Das Fliegenfischen auf Hecht ist unheimlich vielseitig: von wilden Attacken im Flachwasser auf Popper bis hin zu extrafetten Winterhechten in 6 Meter Tiefe. Wer glaubt, dass man sich als Fliegenfischer beim Hechtfischen einschränkt, liegt falsch. Es gibt für jede Jahreszeit und Situation das richtige Setup mit speziell angepasster Schnur und Vorfach. In diesem Artikel gehen wir näher auf diese wichtigen Teile der Ausrüstung ein!

Wie immer beim Fliegenfischen, besteht die Hauptaufgabe jeder Schnur darin, die großen Streamer (15-20cm ist hier der Standard) möglichst kraftschonend zu transportieren und auch bei schlechten Bedingungen werfen zu können. Die Wahl der Schnur und somit der Schnurklasse beginnt also immer bei der zu werfenden Streamergrösse und reicht meist von Klasse acht bis Klasse zehn. Wir wollen hier nicht auf spezielle Ruten und Rutenmarken eingehen, denn wie so oft ist es recht individuell, womit man am liebsten fischt. Dennoch können wir grobe Anhaltspunkte geben. Es gibt Gewässer in denen kleine Fliegen besonders gut funktionieren, beispielsweise am Bodden. (Wozu es noch einen extra Artikel geben wird!), hier ist eine 8er Rute sehr empfehlenswert. Wer viel vom Boot fischt und vielleicht sogar besonders große Streamer fischen möchte oder muss, dem ist eine Rute der Klasse 10 zu empfehlen. Eine 9er Rute ist dabei ein absoluter Allrounder, mit der man den größtmöglichen Bereich abdecken kann und daher würden wir diese empfehlen, wenn man sich nur eine Rute für das Hechtfliegenfischen zulegen möchte.

Die Schnur der Wahl muss wiederum auf die gewählte Rute passen, als Kopfgewicht ist daher meist etwas zwischen 19gr und 25gr zu empfehlen, bei einer Länge zwischen acht und zehn Metern. Wichtig, um immer nah am Fisch zu sein, ist aber vor allem das Sinkverhalten! Dieses ist Gewässer-, Jahreszeit- und sogar Taktik- und Tagesabhängig. Aus persönlicher Erfahrung können wir sagen, dass beispielsweise am Bodden eine Schwimmschnur unabdingbar ist, während wir diese an mittelgroßen Naturseen, die etwas tiefer sind, selten brauchen, hier aber beispielsweise eine Sink 3 oder Sink 7 regelmäßig zum Einsatz kommt. Möchte man sich also gut aufstellen, ist man mit 2-3 Schnüren, je nach Gewässer und befischter Tiefe, gut beraten.

Hier brachte der Wechsel auf eine fast-intermediate und die tiefere Präsentation den Biss.

Begibt man sich nun an sein Gewässer, ist es ratsam, etwas zu probieren, um seine eigenen Erfahrungen zu machen. Über zehn Meter tiefem Wasser könnte man davon ausgehen, dass man möglichst tief fischen muss. Wir haben aber schon erlebt, dass beispielsweise eine Sink3 gut funktionieren kann, eben wenn die Hechte höher in der Wassersäule stehen oder nur dort fressen. Es ist hier oft besser die Hechte zu über- und nicht zu unterfischen. Hechte jagen gerne nach oben! Gleiches gilt aber auch für das Flachwasser: In bis zu zwei Meter tiefem Wasser kann man theoretisch mit der Schwimm- oder Intermediateschur fischen, hier ist aber die erforderliche Führungsgeschwindigkeit ausschlaggebend. Während man den Streamer mit der Schwimmschnur extrem langsam führen kann, kann man dieselbe Tiefe mit der Intermediate oder Sink3 schnell abfischen. Dies ist natürlich nicht immer entscheidend, aber wir haben Tage erlebt, an denen ein solcher Faktor das Fangergebnis maßgeblich beeinflusst hat.

Hier brachte das schnelle Abfischen einer Kante mit einer fast-intermediate Schnur den Biss.

Ein letzter Faktor, über den gesprochen werden muss, ist die Seele der Fliegenschnur. Grundsätzlich gibt es hier geflochtene Seelen und solche aus monofilem Material. Dies kann Vor- und Nachteile haben, zum Hechtfischen empfehlen wir jedoch immer Schnüre mit geflochtener Seele, da diese normalerweise weniger Dehnung haben und man so den Haken besser setzen kann.

Druck drauf; der Haken sitzt!

Das richtige Vorfach
Das richtige Vorfach zum Fliegenfischen auf Hecht sollte vor allem eins sein: Hechtsicher! Klingt doof, wird aber leider oft nicht ernst genommen. Unserer Meinung nach kommen daher nur Stahl- oder Titanvorfächer in Frage. Wir nutzen gerne „schweißbare“ Stahlvorfächer, da die Verarbeitung sehr einfach ist. Im Gegensatz zu Titan sind diese jedoch etwas knickanfälliger, wodurch man das Vorfach öfter tauschen muss. Titanvorfächer sind auf den ersten Blick deutlich weniger knickanfällig und lassen sich gut knoten, sind also ebenfalls einfach zu verarbeiten. Man hört immer wieder von gebrochenen Titanvorfächern, bei denen man keine Beschädigung sah, wir selbst haben diese Erfahrung bisher nicht gemacht, verwenden aber auch nur Titan mit einer Tragkraft von 35lbs aufwärts. Dass man vielleicht nicht mit demselben Vorfach jahrelang fischt, erklärt sich von selbst. Ein weiterer Faktor ist die Länge der Stahlspitze. Gerade große Hechte können die nahezu schwerelosen Fliegen tief inhalieren oder sich während des Drills „eindrehen“, weshalb wir hier eine Länge von mindestens 30cm empfehlen, gerne auch etwas länger.

Kritischer Moment an der Oberfläche: hier wird das Vorfach stark belastet.

Unabhängig vom hechtsicherem Vorfach direkt vor der Fliege muss dieses ja noch mit der Fliegenschnur verbunden werden. Wir halten es hier so einfach wie möglich, 0,50-0,60mm dickes Fluocarbon oder Monofil. Die Länge hängt von der Sinkrate der Schnur ab, hier kann man grob sagen, je schneller die Schnur sinkt, umso kürzer sollte das Vorfach sein. Bei Schwimmschnüren hat sich eine ungefähre Länge von 1,5m als gut erwiesen, bei der Sink 7 nutzen wir nur 50-70cm Länge. Fertige Vorfächer, die wir selbst binden, könnt ihr hier kaufen. Auch bei der Verbindung mögen wir es einfach. In schweißbares Stahl kann man einfach eine Schlaufe schweißen, ins Monovorfach einen Perfection-Loop, Loop-to-Loop einschlaufen, fertig! In Titanvorfächer kann man auch einen Perfection-Loop knoten, bei sehr dickem Titan ist das aber etwas Friemelei, man kann auch einfach einen kleinen Tönnchen-Wirbel oder Pitzenbauerring verwenden, wobei dieser natürlich etwas Gewicht mitbringt.

Kapitaler Hecht auf grossen Streamer an der Sinkschnur: hier hat die Schnurwahl gepasst!

Alle diese Tipps müsst ihr natürlich an Eure Gewässer anpassen, es gibt also nicht die eine richtige Herangehensweise und ausprobieren ist Pflicht, denn am Ende gilt: Wer fängt hat Recht!

Hier wurde im Flachwasser mit Schwimmschnur gefischt; explosive Bisse sind garantiert!

Wir müssen euch diese Art der Fliegenfischens aber uneingeschränkt empfehlen, der Spaßfaktor ist einfach enorm. Brachiale Bisse, saftige Drills, große und böse Fische!

Habt ihr weitere Fragen? Stellt sie gerne hier und wir werden versuchen euch bestmöglich weiterzuhelfen!