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Vollschnur vs. Schusskopf

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Alle Streamer, die ihr zum Fliegenfischen auf Meerforelle braucht, findet ihr hier.

Wir haben bereits in einem anderen Artikel die Frage behandelt, welche Sink- oder Schwimmeigenschaft zu welcher Situation beim Fliegenfischen auf Meerforelle passt. In diesem Artikel führen wir dieses Thema weiter und behandeln die Frage, wann und wie man zu Schusskopfsystemen oder zu Vollschnüren greifen sollte!

Combo im Sonnenuntergang – hier wurde den ganzen Tag Schusskopf geworfen.

Vollschnur vs. Schusskopf

Beim Fliegenfischen auf Meerforellen sind die ganz klassischen Doubletaperschnüre mittlerweile lange Geschichte und es gibt eigentlich nur noch zwei gängige Varianten. Diese sind zum einen die WF-Vollschnüre, wie beispielsweise die Guideline Coastal, oder Schussköpfe in verschiedenen Längen, Gewichten und Sinkgeschwindigkeiten. Oft bieten Hersteller ihre Meerforellenschnur jeweils als Vollschnur und Schusskopf an. Aber wann kaufe ich was, und warum?

Der Forelle ist am Ende egal, ob Vollschnur oder Schusskopf gefischt wurde – Vor- und Nachteile gibt es trotzdem.

Vollschnur-Vorteile
Dem Einsteiger ins Meerforellenfliegenfischen werden normalerweise immer die Vollschnüre empfohlen, was wir auch so unterschreiben würden. Meist gibt es Erfahrungen, welche Schnur zu welcher Rute passt, wodurch man schnell ein gut funktionierendes Setup findet. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man schnell „ready-to-fish“ ist, ein 9ft gezogenes Vorfach einschlaufen, 1m Tippet, ausreichend Backing auf die Rolle und ab dafür. Der nächste Vorteil liegt im einfachen Handling. Normalerweise befindet sich eine nicht zu dünne Runningline an der Vollschnur, wodurch es nicht so viele Vertüddelungen gibt und die Schnur im Drill oder beim Wurf auch mit kalten Fingern gut greifbar bleibt.

Vollschnur-Nachteile

Kein Vorteil ohne Nachteil! Während dem Rookie beim Fliegenfischen auf Meerforelle das fertige Gesamtpaket zu Gute kommt, kann dies für den Fortgeschrittenen zum Problem werden, denn gefällt einem beispielsweise die Länge des Kopfes nicht oder man mag die Runningline nicht, muss man zwingend eine neue Schnur kaufen und gute WF-Vollschnüre sind nicht wirklich günstig. Ein weiterer Nachteil liegt im Verschleiß: fischt man viel, so ist früher oder später der „Schusspunkt“, also der Übergang vom Kopf zur Runningline kaputt, was sich durch sprödes oder brechendes Coating bemerkbar macht. Nun kann man die Schnur wegschmeißen oder schneidet das kaputte Stück heraus. Die meisten Schnüre sind „schweißbar“, man kann also an dem abgeschnittenen Kopf eine neue Schlaufe herstellen und den Kopf als Schusskopf nutzen, oder aber man schweißt ans Ende der Runningline ebenfalls eine Schlaufe, schlauft beide Schlaufen ineinader und verschweißt dieses Stück nochmals. Das Ergebnis ist eine reparierte Schnur mit einer etwas dickeren Stelle, was man beim fischen jedoch kaum bemerkt. 


Schusskopf-Vorteile
In den Nachteilen der Vollschnur liegen die Vorteile des Schusskopfes. Man kann Länge und Gewicht vollkommen selbst bestimmen und sich so maximal gut an die Bedingungen anpassen. Außerdem kann man bei der Wahl der Runningline vollkommen auf seine eigenen Wünsche eingehen. Mag man eine etwas dickere Schnur zum greifen oder für weniger Vertüddelungen, nimmt man diese. Möchte man maximale Wurfweite oder etwas Dehnung, verwendet man eine monofile Runningline. Für uns ist monofile Runningline mittlerweile kaum noch wegzudenken, denn für uns überwiegen hier die Vorteile. Aber hier muss man sagen, es gibt eigentlich nur zwei Extreme: Entweder man liebt Mono-RL und man will nie wieder etwas anderes fischen, oder man hasst diese wie die Pest.
Ein weiterer, vielleicht sogar der größte Vorteil, liegt in der Flexibiltät. Man kann am Wasser immer mehrere Schussköpfe in verschiedenen Sinkraten und Längen dabei haben und kann sich so optimal und schnell der Situation anpassen.

Faustregel; mit Schusskopf wirft man weiter, mit Vollschnur hat man es (gerade als Anfänger) leichter.


Schusskopf-Nachteile
Gerade für Einsteiger hat so ein Schusskopf-System natürlich auch Nachteile. Man muss eine Menge Entscheidungen treffen und ist sich häufig nicht sicher, was man kaufen sollte. Zuviel Auswahl macht es eben nicht einfach, gerade wenn man sich seiner eigenen Vorlieben noch nicht bewusst ist. Ein weiterer Nachteil liegt an der „ratternden“ Verbindung. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten den Schusskopf mit der Runningline zu verbinden, nutzt man eine nicht monofile RL ist die gängisgte Methode wohl Loop-to-Loop, bei Mono-RL kann man auch einen einfachen Clinchknoten verwenden. Aber es bleibt Fakt, dass die Verbindung immer etwas in den Ringen ruckelt, was für manche Angler als Auschlusskriterium gilt. Andererseits weiß man aber auch immer, wann der Schusskopf die Rutenringe verlassen hat und kann immer optimal schießen lassen. Es gibt einige kleine Tipps um das „Rattern“ zu verringern, so kann man beispielsweise den Übergang mit etwas UV-Kleber glatter machen, verliert dabei aber natürlich auch den Vorteil des schnellen Wechsels. Außerdem kann man den Durchmesser der Schlaufe des Kopfes verringern, indem man das Coating entfernt (beispielsweise mit Nagellackentferner), denn die Tragkraft von Fliegenschnüren liegt immer auf der Seele.

Zusammenfassung
Wir wollen hier nicht die großen Ratgeber spielen, aber haben in diesem Artikel versucht, die jeweiligen Vor-und Nachteile möglichst wertneutral darzustellen. Mit einer Vollschnur hat bestimmt beinahe jeder schon einmal gefischt, mit einem individuellen Schusskopfsystem eher weniger. Daher unser Rat, habt ihr die Möglichkeit und wollt euer Fliegenfischen auf Meerforelle mit dem Streamer verbessern, probiert doch mal ein Schusskopf-System aus. Im besten Fall habt ihr noch eine durchgefischte Vollschnur auf Lager, aus der ihr euren ersten Schusskopf basteln könnt! Es ist bestimmt nicht für jeden etwas, aber einen Versuch ist es allemal wert.
An alle die es in diesen schwierigen Zeiten im April an die Küste schaffen: Haut was raus! An alle anderen: Es kommen auch wieder bessere Zeiten.

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